Gehaltsforum

Thema: Berufsbgelietendes Masterstudium als Karrieresprungbrett?

 Frage: Sehr geehrter Herr Dr. Hoffmann, nach dem dreijährigen Diplom-Studium an der Dualen Hochschule Baden-Würrtemberg (ehemals Berufsakademie) habe ich im Oktober 2006 meinen Abschluss (1,7) erzielen können. Anschließend war ich bis März 2009 bei meinem ausbildendem Betrieb (einer der "Top 5" in der Logistik) als Außendienstmitarbeiter tätig. Dann der erste Wechsel des Arbeitgebers, neue Position: Projektmanagement, direkt unter der Geschäftsführung eines bekannten Mittelständlers angesiedelt. Aufgabenbereich: Planung und Aufbau einer neuen Niederlassung, Aushandeln und Zeichnen von Frachtführerverträgen, Personalrekrutierung, Implementierung einer neuen Software. Dieses Aufgabenfeld neigt sich nun dem Ende entgegen, mein Arbeitgeber möchte mich (aktuell 27 Jahre alt und versehen mit 3,5 Jahren Berufserfahrung) nun sukzessive zum Key Account Manager aufbauen ("back to the roots", sprich: sales), nachdem der langjährige Key Account Mitarbeiter in zwei bis drei Jahren in den Ruhestand geht. Von sich aus hat der Geschäftsführer signalisiert, dass man bereit ist, in dieses Vorhaben zu investieren. Man möchte von mir nun ein Wunschgehalt hören. Folgende Idee meinerseits: ein Zwei-Stufen-Plan. Die kommenden zwei Jahre als Anlernphase (Bereisen und Kennenlernen der Geschäftsfelder der Auslandsgesellschaften, intensiver Dialog mit den deutschen Kollegen aus den Fachabteilungen, Gemeinschaftsbesuche mit dem Senior Key Accounter), verbunden mit einem berufsbegleitenden Masterstudium mit der Fachrichtung Sales (in der Logistik fühle ich mich zu Hause, möchte nun gern meinen vertrieblichen Horizont erweitern). Frage 1: welcher finanzielle Spielraum besteht in der Verhandlung für eine Beteiligung des Unternehmens an dem Studium? Gesamtkosten für 2 Studienjahre: 15.000 EUR. Mein aktuelles Gehalt liegt bei 38400 EUR, in der Gesamtsumme möchte ich eine leichte Gehaltserhöhung als Würdigung der neuen Herausforderung sowie eine Beteiligung des Unternehmens an der Ausbildung aushandeln. Stufe 2 wäre dann eine weitere Gehaltsrunde nach dem Abschluss der „Anlernphase“, dann 29 Jahre alt und 5,5 bis 6 Jahre Berufserfahrung Frage 2: Welchen Zielwert (Fixum) für das Jahresbrutto sehen Sie für die Position des Key Account Managers mit dann 4,5 Jahren Vertriebserfahrung ? Frage 3: wie sehen Sie das Absolvieren eines berufsbegleitenden Masterstudiums mit Sales-Vertiefung hinsichtlich einer weiteren Karriereentwicklung im Vertriebsumfeld der Logistikdienstleister? Vielen Dank für Ihre Antwort schon jetzt! Herr K.
 von: Herr K.
   
 Antwort: Sehr geehrter Herr K.,
zunächst erst einmal herzlichen Glückwunsch zu der bisherigen Laufbahn und auch zu diesen Karriere-Aussichten!

Trotz der Krise erkennen viele Unternehmen mittlerweile in Ihrem Führungspersonal verstärkt auch Ihr wichtigstes Kapital zum nachhaltigen Erfolg. Somit sind sie öfter bereit zu investieren, um Führungsqualitäten zu beidseitigen Nutzen dauerhaft aufzubauen.

Zu Ihren Fragen:
1. Eine vollständige Übernahme der Ausbildungskosten (7.500 Euro p.a.) durch das Unternehmen würde einer Gehaltserhöhung von etwa 20% entsprechen. Das erscheint mir etwas zu hoch. Hier halte ich etwa 10% für realistischer, was dann auf eine Übernahme von etwa 50% der Ausbildungskosten hinaus laufen könnte. Ggf. können sich hier für Sie aber steuerliche Vorteile ergeben, wenn das Unternehmen die Ausbildung direkt finanziert. Diesen Aspekt sollte man mal mit einem Steuerberater vertiefen.

2. Eine weitere Erhöhung nach Abschluß der Anlernphase und den ersten Erfolgen ist üblich und könnte eine Steigerung um weitere 10% möglich machen.

3. Bei dieser Frage ist letztendlich Ihr Können bzw. auch Ihr Verhandlungsgeschick gefragt. Aber warum wollen Sie ein hohes Fixum?

Wenn Sie wirklich an Ihren Erfolg im Sales glauben, dann sollten Sie eher auf ein moderates Fixum setzen und versuchen einen hohen erfolgsbasierten variablen Anteil zu verhandeln.

Dann erhalten Sie eine Top-Option auf ein absolut interessantes Gehalt und das Unternehmen kann sich zudem sicher sein, dass Sie hier aktiv am Unternehmenserfolg mitarbeiten.

Genau aus diesem Grund sind im Sales die erfolgsbasierten Gehaltsmodelle mit bis zu 50% variablem Anteil auf dem Vormarsch.

Viel Erfolg!
 von: Dr. Matthias Hoffmann